Kunststücke: Kunststich

Neugierig kamen alle in der Klasse 8c der EGR zum Kunstunterricht bei Herrn Preissler. Angesagt war eine Nähvorführung spezieller Art. Herr Häring, Inhaber eines Nähmaschinenfachgeschäfts im Zentrum Heidenheims, präsentierte Technik vom Feinsten.


Aufgebaut wurden ein Laptop, eine Nähmaschine, die mit einem koordinatengesteuerten Stickrahmen verbunden war. Natürlich mussten zur Abstimmung umfangreiche Vorbereitungen am Rechner, am Programm, der Maschine und dem Zubehör geleistet werden. Kurzweilig erklärte der Firmenchef detailliert die Komponenten und deren gewünschte Wirkung. Sehr zum Nachdenken regten die Ausführungen an, als das Thema auf die in Lohnarbeit nach Deutschland eingeführten Stickwaren kam. Knapp kalkulierte Preise und die zu erbringenden Leistungen, z.B. in China, zeigten plötzlich nicht mehr nur den Glanz einiger weltbekannten Mode- Labels. Die passenden Stichworte im internationalen Konkurrenzkampf waren so im „Globalismus“ anschaulich aufgezeigt.


Schließlich zeigte der Monitor unsere EGR- Initialen in einem Bildbearbeitungsprogramm. Ein Frottehandtuch wurde zusammen mit einer Plastikfolie vor dem Sticken im Rahmen aufgespannt. Es bedurfte nur weniger Mausklicks, bis der Automat losratterte. Leuchtend blaue Buchstaben wurden genau gesetzt und zeigten ein überzeugendes Ergebnis. Wie kommt so ein perfektes Logo auf die Mütze, das T-Shirt? Dieses Geheimnis wurde hier gekonnt gelüftet. Dabei könnte die Maschine sogar ganze Stickbilder mit Nadel und Faden übertragen, wenn es die Designer- oder wir selbst- entwerfen.


Somit wurden fachübergreifend Aspekte von Technik, MuM, WVR und anderen Fächern zentral im Kunstunterricht integriert. Anhaltender Beifall quittierte den engagierten Praxisunterricht von Herrn Häring. Hätte er nicht seinen Superautomaten zum Ausprobieren hier lassen sollen?



BK-Klasse 8c und H. Preissler